XING und Facebook nerven
14. Juni 2012 | Kommentare
Lieber zwanzig persönliche Gratulationen als hunderte Standardnachrichten – sozialen Netzwerken, wie etwa XING oder Facebook, fehlt es mittlerweile leider immer öfter an Herz, Persönlichkeit und Nähe.
Manche Menschen sind in fünf, sechs oder zehn sozialen Netzwerken gleichzeitig – und geben dort ihren Geburtstag oder andere Ehrentage preis. Das Ergebnis sind oft Hunderte standardisierte Glückwunsch-Mails. Ich würde diese “Pseudoglückwünsche” nennen. Kommunikation wird zunehmend automatisiert. Mein Fazit: XING und Facebook nerven.
Ich habe keine Lust darauf, hunderte Mails zum Geburtstag zu bekommen von Menschen, die ich nur flüchtig kenne. Schon gar nicht, wenn ich auf den ersten Blick sehe, dass das eine Standardmail ist, die der ‚Freund‘ an jeden schickt – oder noch schlimmer, wenn er es komplett automatisiert hat. Immer mehr XING- und Facebook-Nutzer setzen für die Kontaktaufnahme auf Software, die Geburtstagswünsche, Kontaktanfragen und Begrüßungsnachrichten standardmäßig bearbeitet. Meiner Meinung nach ist das eine Unsitte. Kommunikation verkommt zu etwas völlig Belanglosem.
Im Grunde sind Facebook, Twitter, Google+ und XING ja eine tolle Erfindung. Adressen bleiben aktuell, die Suche nach Freunden und Kontakten wird vereinfacht und Informationen können schnell ausgetauscht werden. Eine echte Unterstützung beim Netzwerken, eigentlich. Aber in dieser Form ist das schlimmer als gar kein Kontakt. Schließlich müssen Dialoge, Glückwünsche und zwischenmenschliche Kontakte ihren Wert behalten und zumindest ein wenig von Herzen kommen. Kommunikation droht zu verrohen, eigentlich persönliche Nachrichten werden so zu blanken, und zudem schlecht gemachten, Werbebotschaften.
Jeder sollte sich fragen, welchen Wert er sich und seinen Kontakten geben möchte. Was nutzen zahlreiche Kontakte, wenn sie derart lieblos gepflegt werden. Da ist es doch besser, persönlich anzurufen, eine Karte zu schreiben oder eine SMS zu senden. Selbst das ist ja in diesen Zeiten schon eine individuelle Geste.
XING und Facebook sind gute Werkzeuge, um Geburts- und Ehrentage nicht zu vergessen. Aber Persönlichkeit und Wertschätzung müssen ihren Platz behalten, Individualität gewährleistet bleiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand über lieblose Geburtstags-Mails freut. Das nervt doch nur. Ich habe mich längst von diesem moralischen Obligo verabschiedet, so etwas auch noch zu beantworten. Stattdessen freue ich mich auf Nachrichten von Menschen, die sich die Mühe machen, mir ein paar persönliche Zeilen oder Worte zu widmen.
Warum soziale Netzwerke ohnehin nicht dazu geeignet sind, stabile Fundamente für Beziehungen zu bauen,
erfahren Sie im Blogeintrag “Gefällt mir” ist noch kein Liebesbeweis.
2 Kommentare zu “XING und Facebook nerven”
Hinterlasse eine Antwort
Zeit ist Ihr wichtigstes Kapital »






…sehr treffend formuliert.. bin ganz deiner Meinung :-)!
Herzliche Grüße,
Helga
LIEBE Magda Bleckman,
Ihre Botschaft trifft genau meine Meinung, Herz und Hirn kommen über die individuelle Wellenlänge rüber und nur beim face to face Kontakt schwingt auch die Seele eines Menschen mit, das ist durch Internetkontakt leider nicht möglich!
Beste Grüsse sendet Ihnen
Inge Mitterhöfer-Herzog